Für einen Computer ist, neben der Prozessorleistung, die Speichergröße eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale. Ohne Speicher lassen sich keine Daten verarbeiten und schon gar nicht ablegen.

Diese Kriterien gelten für den Raum füllenden Großrechner für Serveraufgaben, wie auch für das handliche Netbook für unterwegs.
Speicher ist allerdings ein allgemeiner Begriff, der sich hauptsächlich in zwei Kategorien aufteilt.

Kleiner Exkurs: Haupt- und Arbeitsspeicher

Unter dem Allgemeinen Begriff “Speicher” im Zusammenhang mit Computertechnik, versteht man den Hauptspeicher und den Arbeitsspeicher eines Computers.
Der Hauptspeicher hat die Aufgabe, Daten permanent zu speichern. In den früheren Jahren des Computerzeitalters, also von ca. 1950 bis in den späten 1970er Jahren, wurden hierzu Lochkarten und Lochstreifen, sowie Magnetbänder verwendet. In den späten 1970er Jahren kamen dann Festplatten und Diskettenlaufwerke (Durchmesser 8 Zoll) hinzu. Speichergeschwindigkeit und - Dichte waren natürlich nicht sehr hoch, erfüllte aber ihren Zweck, denn Filme und hochauflösende Grafiken wurden zu der Zeit noch nicht auf Computer gespeichert. Mittlerweile kommen als Hauptspeicher schnelle Festplatten USB-Sticks oder Speicherkarten, mit einem Speichervolumen von mehreren GB, zum Einsatz.
Der Arbeitsspeicher war und ist ein flüchtiger Speicher. Das heißt, nach dem Ausschalten der Rechenanlage gehen die Daten verloren. Ein weiterer Unterschied zum Hauptspeicher ist die Zugriffsgeschwindigkeit. Da, wie der Name schon sagt, mit diesem Speicher gearbeitet wird, muss das Speichern und Abrufen der Daten sehr schnell erfolgen.
Auch hier hat sich die Technologie im Laufe der Jahrzehnte von dem so genannten Ringkernspeicher der früheren Großrechner zum DDR3-RAM für die heutigen Netbooks weiter entwickelt.

Wie viel Arbeitsspeicher benötigt heute ein Computer?

Im Laufe der Jahre haben die Betriebssysteme einen immer größeren “Speicherhunger” entwickelt.
War Bill Gates 1981 noch der Meinung, dass 640 KB alles sei, was irgendeine Applikation jemals benötigt,
werden heutige Desktop-Computer mit einem Arbeitsspeicher von 2 bis 4GB, je nach Preislage, ausgestattet. Da das aktuelle Windows 7 (32 Bit) ohnehin maximal ca. 3,5GB adressieren kann, macht mehr Arbeitsspeicher für einen Windows-PC keinen Sinn, es sei denn man möchte Windows 7 (64 Bit) oder Linux einsetzen.

Die Speicherausstattung von Netbooks kann je nach Anwendungswunsch variieren
Wer sich ein Netbook zulegen möchte, sucht es in der Regel nach folgenden Kriterien aus:
das Netbook soll klein, handlich, leicht, leise und energiesparend sein und selbstverständlich mit den aktuellsten Betriebssystemen und Programmen arbeiten können. Hauptanwendung ist die Büroarbeit für unterwegs, das heißt schreiben von Texten, versenden von eMails und gelegentlicher Musik- und Filmgenuss. Spiele sind, aufgrund der Architektur, nur eingeschränkt möglich.
Die aktuellen Netbooks, beispielsweise von Asus und Acer, sind durchweg ohne CD/DVD-Laufwerk ausgestattet. Das bedeutet, Musik, Filme oder sonstige Daten können nur über USB-Stick oder externe Speicherkarten zugeführt werden. Als Permanentspeicher wird in der Regel eine Festplatte mit 160 bis 320GB verwendet.
Es gibt Modelle, die auf eine interne Festplatte verzichten und stattdessen eine SSD-Karte als Permanentspeicher vorsehen (oft 8GB, die dann aufrüstbar sind), wie beispielsweise das Netbook Asus Eee PC X101.
Als Arbeitsspeicher für Netbooks wird oft nur 1GB angeboten. Da die meisten Anwender auf gelegentlichen Filmgenuss nicht verzichten wollen, ist die Aufrüstung auf 2GB in diesem Fall sinnvoll. Mehr Speicher macht keinen Sinn, da die aktuellen Netbooks mit Windows 7 Starter Edition ausgeliefert werden. Mit diesem Betriebssystem lassen sich maximal 2GB Arbeitsspeicher adressieren. Außerdem ist Windows 7 Starter gegenüber einer Windows 7 Home- oder Professionalversion, besonders in den speicherintensiven grafischen Funktionen, eingeschränkt, so dass für dieses Betriebssystem weniger Arbeitsspeicher benötigt wird.

Fazit

Aufgrund des begrenzten Anwendungsbereiches für Netbooks ist ein Arbeitsspeicher von 1GB bei diesen Geräten ausreichend. Eine Aufrüstung auf 2GB macht nur dann Sinn, wenn speicherintensive Programme, Filme oder Spiele auf dem Netbook zur Anwendung kommen.